Abstract
Wenn Organisationen mit widersprüchlichen Zwecksetzungen konfrontiert sind, bilden sich informelle, häufig auch illegale Umgangsweisen mit den gegensätzlichen Anforderungen aus. In diesem Artikel wird aus einer systemtheoretischen Perspektive ein Beratungspro- zess in einem Unternehmen untersucht, das sich einerseits am Markt orientieren soll und anderer- seits einen öffentlichen Versorgungsauftrag zu erfüllen hat. Ziel des Beratungsprozesses war es, die informellen Lösungen, die sich in dezentralen Einheiten ausgebildet hatten, zu formalisieren. Das Formalisierungsziel konnte nur sehr begrenzt umgesetzt werden, weil dabei die widersprüch- lichen Anforderungen an die Oberfläche des Unternehmens drangen. Die Berater waren immer weniger Betreiber der Formalisierung und wurden schrittweise in die Illegalität der Organisation hineingezogen.
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Kühl, S. (2007). Formalität, Informalität und Illegalität in der Organisationsberatung. Systemtheoretische Überlegungen eines Beratungsprozesses. Soziale Welt, 58(3), 271–293. https://doi.org/10.5771/0038-6073-2007-3-271
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