Burnout. Soziales Leiden an Wachstum und Wettbewerb

  • Neckel S
  • Wagner G
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Abstract

Aus dem Blickwinkel der Soziologie stellt Burnout ein subjektives Leid dar, in dem sich über individuelle Notlagen hinaus gesellschaftliche Probleme insbesondere des modernen Berufslebens dokumentieren. Als ein meist arbeitsbedingtes Erschöpfungssyndrom sind die Ursachen von Burnout in den Belastungsfaktoren eines gesellschaftlichen Wandels zu sehen, der vom Einzelnen hohe berufliche Einsatzbereitschaft, starke Identifikation mit der Arbeit, Eigenverantwortung und Selbststeuerung bei der Lebensbewältigung erwartet. Ausgehend von der soziologischen Betrachtungsweise von subjektivem als sozialem Leid wird in unserem Aufsatz die Wettbewerbsgesellschaft der Gegenwart als eine Sozialordnung analysiert, die Erschöpfungssyndrome dadurch hervorbringt, dass sie die Individuen in eine permanente Sorge um die eigene Leistungsfähigkeit zwingt. Als subjektives Phänomen einer Krise des ökonomischen Wachstumsregimes kann Burnout aber auch als Beginn eines sozialen Wandels verstanden werden. Die öffentliche Debatte um Burnout kann zur Herausbildung einer neuen Rechtfertigungsordnung des Kapitalismus beitragen, die unter dem Leitbegriff der „Nachhaltigkeit“ einen schonenderen Umgang auch mit subjektiven Ressourcen verspricht.

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Neckel, S., & Wagner, G. (2014). Burnout. Soziales Leiden an Wachstum und Wettbewerb. WSI-Mitteilungen, 67(7), 536–542. https://doi.org/10.5771/0342-300x-2014-7-536

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